Małgorzata Chodakowska – Holzskulpturen

Ausstellung in der Villa Eschebach, 7. September bis 28. Oktober 2005

Konstanze Rudert

Malgorzata Chodakowska thematisiert in ihren anmutigen und grazilen Skulpturen die Sehnsucht nach der inneren Ruhe, die Suche nach dem inneren Gleichgewicht – ein Idealzustand, den wir bewusst oder unbewusst alle mehr oder weniger anstreben. Und so wird man ganz unweigerlich in den Bann gezogen von ihren Schöpfungen, die uns als beseelte, individuelle Wesen erscheinen. Der Mensch – das Maß aller Dinge, vom Ideal der griechischen Hochklassik über die Renaissance bis zur heutigen Zeit, diesem Thema widmeten sich schon ganze Bildhauergenerationen. Immer wieder anregend ist für ihre Motivwahl der Tanz als Ausdruck seelischer Empfindungen, die sich über die Körpersprache vermitteln. Zudem zeigen sich in ihren Arbeiten auch deutlich Einflüsse einer fernen, südostasiatischen Kultur.

Uns begegnen Schöpfungen von einer ansprechenden Sinnlichkeit, deren innere Ruhe und Ausgewogenheit beim längeren Betrachten auf uns überzugehen vermögen. Als spirituelle Botschafterinnen laden sie zum Meditieren ein. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es der Schöpferin selbst schwer fällt, sich von ihren Skulpturen zu trennen, die immer auch ein Teil von ihr selbst sind. Sie gibt ihren Skulpturen selten konkrete Namen, sie nennt sie „Tänzerinnen“ oder auch „Stammfrauen“, und so begegnen wir Tänzerinnen in schwarzen oder weißen Trikots, ausgesprochen zarte und anmutige Wesen, die in Bewegung verharren und ihr körperliches und seelisches Gleichgewicht gefunden haben.

Die Bildhauerin konfrontiert uns mit Skulpturen, die äußerst differenziert in ihren Körperhaltungen und In den Physiognomien erscheinen und so ganz unterschiedliche Charaktere versinnbildlichen. Die einen treten uns offen und selbstbewusst entgegen, andere wiederum wirken zerbrechlich und in sich gekehrt, fast ein wenig melancholisch. Die Gesichter verändern sich beim Umschreiten der Figuren, innere Befindlichkeiten treten dabei noch deutlicher zu Tage.
Ganz subtil verwendet sie die Farben in einer Palette von zumeist Pastelltönen, die lasurartig aufgetragen sind und die Holzstruktur durchscheinen lassen. Zum Teil sind ihre Skulpturen in extravagante modische Kreationen gehüllt, wobei sie auch gern mit verschiedenen Materialstruk-turen experimentiert. Da finden sich hauchdünne, chitonartige Gewänder, die sich hocherotisch und eng an den Körper anschmiegen, neben graphisch-strukturierten Strickgewändern. Die Tänzerinnen sind in schlichte Trikots gekleidet, Trikots, die wie eine zweite Haut den Körper umspannen und ihn dabei nicht wirklich verhüllen.